Auswirkungen der Wasserhärte auf den Kaffeegeschmack

 

Kaffeespezialisten sind sich einig, die Wasserhärte hat einen wesentlichen Einfluss auf den Kaffeegeschmack. Doch warum beeinflusst die Wasserhärte den Kaffee? In welcher Hinsicht wirkt sich die Wasserhärte aus und was ist eigentlich die Wasserhärte? Sollte Wasser eher „weich“, oder eher „hart“ sein um den optimalen Geschmack beim Kaffeetrinken zu erreichen? Diese Fragen möchten wir nachfolgend beantworten. Für die Beantwortung dieser Fragen wurden mehrere Testpersonen befragt.

 

Warum ändert die Wasserhärte den Kaffeegeschmack?

 

Wasser ist einer der wichtigsten Bestandteile von Kaffee, mit den Kaffeebohnen sogar der Wichtigste. Daher sollte man bei der Zubereitung von Kaffee auch darauf achten, welches Wasser man verwendet. Denn wenn das Wasser bereits von schlechter Qualität ist, dann wird der Kaffee nicht gelingen. Ein Qualitätsfaktor beim Kaffee kochen ist die Wasserhärte. Die Wasserhärte gibt grob gesagt an, wie hoch der Kalkgehalt im Wasser ist. Um etwas genauer zu sein, wie viel Kalzium- und Magnesium Ionen im Wasser sind. Je höher die Wasserhärte, umso mehr „Kalk“ ist im Wasser. Eine niedrige Wasserhärte sagt aus, dass weniger „Kalk“ im Wasser ist. Die Wasserhärte wird in Deutschland in Grad deutscher Härte (° dH) gemessen. Dabei werden insgesamt 3 Härtebereiche unterschieden. Weich bedeutet Wasserhärte kleiner als 8,4° dH. Zwischen 8,4 und 14,6 Härtegraden spricht man von einer mittleren Wasserhärte. Ab 14,6° dH wird von hartem Wasser gesprochen.

 

Die Wasserhärte beeinflusst die Entfaltung der Kaffeearomen. Ähnlich verhalten sich die Tenside im Waschmittel. Beim Waschen verändert sich die Waschkraft, je nach Wasserhärte. Kaffee wird bei einer hohen Wasserhärte fad, da sich die Aromen nicht richtig entfalten können. Daher schmeckt der Kaffee bei hoher Wasserhärte nicht so gut. Doch auch eine zu niedrige Wasserhärte kann dazu führen, dass der Kaffee bitter schmeckt.

 

Was ist die optimale Wasserhärte?

 

Viele Experten sind sich einig, dass beim Kaffee eine Wasserhärte von etwa 8 Härtegraden vorliegen sollte. Je höher die Wasserhärte wird, umso weniger kann sich der Geschmack entfalten. Wird die Wasserhärte niedriger, machen sich die Bitterstoffe wieder stärker bemerkbar. Allerdings sind Geschmäcker unterschiedlich. Daher kann es durchaus vorkommen, dass jeder eine etwas unterschiedliche Wahrnehmung hat, was den optimalen Geschmack betrifft.

 

In einem Test der Firma Alfiltra wurden unter verschiedenen Personen drei Varianten zur Probe gestellt. Der Kaffee wurde immer unter denselben Bedingungen aufgebrüht. Die Kaffeebohnen, die Temperatur, die Menge waren immer gleich. Der einzige Unterschied: die Wasserqualität. Ein Kaffee wurde mit gefiltertem Osmose Wasser zubereitet. Hier liegt die Wasserhärte bei 0° dH. Ebenso sind nahezu alle anderen Stoffe aus dem Wasser gefiltert. Der zweite Kaffee wurde mit herkömmlichen Leitungswasser mit einer Wasserhärte von 8° dH zubereitet. Für den dritten Kaffee wurde ein Leitungswasser aus einem anderen Ort verwendet, bei dem eine Wasserhärte von nahezu 30 Härtegraden vorherrscht. Um die Testpersonen nicht zu beeinflussen, wurde vorab nicht genannt, welche Wasserquelle zu dem jeweiligen Kaffee gehört.

 

Unter den meisten Testern machte sich der Eindruck deutlich, dass der Kaffee mit hartem Wasser nicht gut schmeckt. Das kann durchaus auf die sehr hohe Wasserhärte zurückgeführt werden, die nicht nur den Kaffeegeschmack beeinflusst, sondern auch zu Verkalkungen in der Kaffeemaschine führen kann. Unter den beiden Kaffeesorten mit extrem weichem Wasser und einer mittleren Wasserhärte gab es keinen eindeutigen Sieger. Der „extrem weiche Kaffee“ war für einige Personen etwas bitter. Der Geschmack wurde bei vielen trotzdem als sehr angenehm empfunden. Der „mittlere Kaffee“ konnte ebenfalls beim Geschmack punkten. Die Bitterkeit wurde hier teilweise nicht in dem Ausmaße bestätigt. Zusammenfassend kann man sagen, dass grundsätzlich eine niedrigere Wasserhärte im Bereich weich oder mittel für den Kaffeegeschmack besser geeignet ist, als Wasser im Härtebereich hart.

 

Fazit

 

Wer sich bereits Gedanken über die Wasserqualität beim Kaffee gemacht hat, wird feststellen, dass die Wasserhärte ein entscheidender Faktor für den Geschmack ausmacht. Jetzt hat leider nicht jeder das Glück, dass sein Leitungswasser im optimalen Bereich liegt. Doch es gibt sinnvolle Lösungen um die Wasserqualität dramatisch zu verbessern. Hier ein paar Vorschläge, welche Maßnahmen man ergreifen kann:

 

·       Wasser in Flaschen kaufen

 

·       Tischfilter

 

·       Umkehrosmose

 

·       Wasserenthärtung

 

Die erste Möglichkeit wäre, das Wasser im Laden zu kaufen. Dabei braucht man natürlich keine Anfangsinvestition. Allerdings ist diese Variante auf Dauer etwas teuer und aufwendig. Als zweite Möglichkeit könnte man auf einen Wasserfilter setzen, bei dem man wenige Liter Wasser durchlaufen lassen kann, wobei das Wasser enthärtet wird. Leider sind bei diesen Filtern die Wechselkartuschen auf Dauer sehr teuer.

 

Die letzten beiden Varianten sind in der Anschaffung teurer, können aber für das beste Ergebnis sorgen. Eine Umkehrosmoseanlage ist ein Wasserfilter, der in der Küche eingebaut wird und fest an das Rohrleitungssystem angeschlossen wird. Um das gefilterte Wasser entnehmen zu können benötigt man einen zweiten Wasserhahn an der spüle. Bei der Umkehrosmose werden nahezu alle Stoffe aus dem Wasser gefiltert und in das Abwasser geführt. So kann eine Osmoseanlage unter anderem auch Arzneimittelrückstände oder Schwermetalle aus dem Wasser filtern. Die Anschaffungskosten belaufen sich aber auf etwa 400 – 500 €.

 

Mit einer Wasserenthärtungsanlage wird die Wasserhärte im gesamten Haus reduziert. Mit dieser Variante muss man jedoch mit Anschaffungskosten von etwa 1500 – 2000€ rechnen. Allerdings hat eine Wasserenthärtungsanlage mehrere positive Effekte, welche die vorherigen Varianten nicht bieten können. Insbesondere durch den reduzierten Kalkgehalt im Wasser werden mehrere positive Effekte im Haus erzielt, beispielsweise verkalken Ihre Badarmaturen und Küchengeräte nicht mehr. Zudem verbrauchen Sie weniger Waschmittel, Putzmittel und Entkalkungsmittel, da diese Stoffe bei geringer Wasserhärte nicht mehr so hoch dosiert werden müssen. Ein weiterer Vorteil der Wasserenthärtungsanlage ist, dass die Wasserhärte in der Regel stufenlos auf einen gewünschten Wert eingestellt werden kann, beispielsweise auf 8 Härtegrade.

 

Für welche Methode Sie sich am Ende entscheiden bleibt Ihnen überlassen. Die perfekte Methode gibt es nicht für Jedermann, am Ende muss jeder für sich entscheiden wie viel ihm der gute Kaffee wert ist.